8. Rot-Weißer Salon

Mit Ailien Poese, Sven „Wumme“ König, Sylvia Weisheit, Christopher Quiring und Ulrich Netz

Am 27. Januar lud Matze Koch zum 8. Rot-Weißen Salon wieder Union-Prominenz zu uns auf die Altstadtbühne. Dabei schaffte er es wieder unaufdringlich charmant aber gekonnt und gewitzt, zahlreiche Anekdoten aus seinen losgelösten Gästen hervorzukitzeln, die sonst eher unter dem Presse-Radar laufen.

So erzählte Ailien Poese, die Cheftrainerin der Union-Frauen, welche heutzutage in der Regel zu Auswärtsspielen mit dem Flugzeug reisen, dass daran nicht zu denken gewesen sei, als sie in den 2000er Jahren selbst noch aktiv auf dem Platz stand. „Ich erinnere mich an eine Fahrt mit der Deutsche Bahn nach Aue.  Das waren gefühlt 24 Stunden. Wir sind mehrfach umgestiegen, haben verloren und sind wieder weggefahren. Aber es war okay. Damals haben wir auf dem Trikot auch für die Deutsche Bahn geworben.“

Unions Stadion-DJ Sven „Wumme“ König ging mit den Männern auf Reisen, als die Mannschaft während der Champions-League-Saison 2023/24 ins Olympiastadion auswich. „Es war etwas Besonderes für mich, als ich das erste Mal die Champions-League-Hymne einspielen durfte.“ Das tat „Wumme“ bei einem Spiel krankheitsbedingt sogar von zu Hause: „Ich wurde durch die Stadion-Technik zugeschaltet. Dann habe ich per Team-Viewer über den Rechner das Olympiastadion beschallt – mit Heizdecke und Pfefferminztee aus meinem Schlafzimmer in Karlshorst.“

Sylvia Weisheit, 2008/09 Stadionbau-Leiterin für die neue Alte Försterei, nahm den Fans die Angst vor der geplanten nächsten Stadionerweiterung. Auch wenn dann die von den Anhängern Ende der 2000er Jahre errichten Stehplatztribünen abgerissen werden müssen. Sie hat auch noch jene Fans vor Augen, die vor Beginn der Modernisierung 2008 Trauer trugen. „Ich sehe alle noch auf der Tribüne sitzen und weinen, weil wir das Stadion abreißen. Und heute denkt keiner mehr darüber nach“, erinnert sich Weisheit.

Christopher Quiring war von 2002 bis Januar 2017 Spieler beim 1. FC Union Berlin mit 135 Pflichtspielen für die Profis. Der Übergang aus dem Union-Nachwichs in den Männerbereich war nicht einfach: „Als ich noch in der U19 spielte, habe ich gleichzeitig meine Lehre zum Metallbauer absolviert. Bis 16 Uhr musste ich arbeiten, dann ging es zum Training und im Anschluss nach Hause.“

Ulrich Netz erzielte am 4. September 1976 in der DDR-Oberliga vor knapp 50.000 Zuschauern im Stadion der Weltjugend den 1:0-Siegtreffer gegen den BFC Dynamo. Dieses Tor machte den damals 19-Jährigen im Union-Kosmos unsterblich. „Kurz nach dem Ereignis dachte ich, dass ich im Prinzip mit dem Fußball aufhören könnte.  Ich war an dem Punkt angelangt, wo ich eigentlich hinwollte: Vor vielen Leuten zu spielen, einfach Spaß zu haben und dann gegen diesen großen Gegner zu gewinnen.“ Netz spielte aber noch bis 1981 für die erste Union-Mannschaft.

Der nächste Salon findet am 24. März 2026 um 19 Uhr statt.
Mit dabei sind Silvia Trompeteler, von 1969 bis 1971 Spielerin der ersten Frauen-Mannschaft, die es jemals bei Union gab, Heiner Bertram, Präsident des 1. FC Union von 1997 bis 2003, Jörg Steinberg, Regisseur des Theaterstücks „Und niemals vergessen: Eisern Union – Das Stück zum Spiel“ und Thomas „Theo“ Koerner, der seit 50 Jahren Union-Fan und seit Anfang der 1980er Jahre aktiver Begleiter des Union-Fan-Fußballs ist.